Warum viele Gerichte in Thailand intensiver schmecken

Wer schon einmal längere Zeit in Thailand verbracht hat, merkt oft relativ schnell, dass viele Gerichte dort intensiver schmecken als in Europa. Suppen wirken kräftiger, gebratener Reis aromatischer und selbst einfache Streetfood-Gerichte haben häufig diesen besonders herzhaften Geschmack, den viele Menschen sofort mit asiatischem Essen verbinden. Genau dahinter steckt oft eine Zutat, die in Thailand beinahe alltäglich ist: MSG, also Mononatriumglutamat, besser bekannt als Geschmacksverstärker.

Während MSG in Deutschland oder allgemein in Europa oft kritisch betrachtet wird, gehört es in Thailand für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Kochen dazu. Vor allem in kleinen Restaurants, Garküchen oder an Streetfood-Ständen wird es täglich verwendet. Dort steht häufig sogar eine große Dose direkt neben den anderen Gewürzen, ähnlich selbstverständlich wie Salz oder Zucker. Besonders bekannt ist dabei die Marke Ajinomoto, die in Thailand fast jeder kennt und die man dort praktisch überall findet.

Die Rolle von MSG in der thailändischen Küche

Der Grund dafür liegt vor allem in der thailändischen Küche selbst. Thailand ist bekannt für starke und intensive Geschmäcker. Süß, scharf, salzig, sauer und herzhaft treffen dort oft gleichzeitig aufeinander. MSG verstärkt dabei den sogenannten Umami-Geschmack, also dieses besonders würzige und „volle“ Aroma, das viele Menschen als besonders lecker empfinden. Gerade bei Suppen, Wok-Gerichten oder schnellen Streetfood-Gerichten sorgt es dafür, dass das Essen kräftiger schmeckt, selbst wenn nur einfache und günstige Zutaten verwendet werden.

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Vor allem im Streetfood-Bereich spielt auch der Preis eine große Rolle. Thailand besitzt eine riesige Esskultur auf der Straße, bei der Gerichte oft für sehr wenig Geld verkauft werden. Geschmacksverstärker helfen dabei, schnell einen intensiven Geschmack zu erzeugen, ohne dafür teure Zutaten benutzen zu müssen. Genau deshalb hat sich MSG dort über viele Jahre so stark etabliert und wird von vielen Menschen ganz normal als Teil der Küche angesehen.

Warum manche Menschen MSG vermeiden möchten

Interessant ist dabei, dass viele Touristen MSG anfangs gar nicht bewusst wahrnehmen. Erst nach einiger Zeit merken manche Menschen, dass sie sich nach bestimmten Mahlzeiten ungewöhnlich müde fühlen, mehr Durst bekommen oder leichte Kopfschmerzen haben. Andere wiederum essen jahrelang MSG-haltige Gerichte, ohne jemals irgendwelche Probleme zu bemerken. Genau deshalb wird das Thema bis heute immer wieder diskutiert.

Wissenschaftlich gilt MSG in normalen Mengen grundsätzlich als zugelassen und erlaubt. Trotzdem versuchen viele Menschen bewusst, ihren Konsum zu reduzieren oder zumindest selbst zu entscheiden, wann sie es essen möchten und wann nicht. Besonders Auswanderer oder Menschen, die langfristig in Thailand leben, achten deshalb oft irgendwann stärker darauf, ob beim Essen Geschmacksverstärker verwendet wurde.

Kann man in Thailand ohne MSG essen?

Die gute Nachricht ist allerdings, dass man in Thailand problemlos darauf hinweisen kann, wenn man kein MSG im Essen haben möchte. Viele Restaurants und Streetfood-Stände kennen diesen Wunsch mittlerweile, besonders in touristischen Gegenden. Mit dem Satz „Mai sai pong churot“ kann man darum bitten, keinen Geschmacksverstärker zu verwenden.

Am Ende gehört MSG einfach zur modernen thailändischen Esskultur dazu. Für viele Menschen dort ist es nichts Besonderes, sondern einfach eine normale Zutat wie jede andere auch. Ob man es selbst konsumieren möchte oder lieber darauf verzichtet, bleibt letztlich eine persönliche Entscheidung. Interessant zu wissen ist es aber auf jeden Fall, denn genau solche kleinen Unterschiede zeigen oft, warum Essen in Thailand für viele Menschen so anders schmeckt als in Europa.