Warum die thailändische Kirmes dein Thailand-Trip bereichert

Thailändische Kirmes

Wer längere Zeit in Thailand unterwegs ist, wird sie irgendwann schon aus der Entfernung entdecken: auffällige Lichter, die wie riesige leuchtende Palmen oder Fächer in den Himmel ragen. Häufig sind es hoch gespannte Lichterketten, die einen Veranstaltungsplatz schon von Weitem sichtbar machen. Wo diese Lichter auftauchen, lohnt es sich durchaus, einmal genauer hinzuschauen.

Denn eine thailändische Kirmes unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von dem, was wir aus Deutschland kennen. Natürlich gibt es auch hier Fahrgeschäfte, Spiele und jede Menge Essen. Trotzdem fühlt sich das Ganze anders an. Weniger wie eine reine Ansammlung aus Fahrgeschäften und Bierständen und vielmehr wie eine Mischung aus Jahrmarkt, Nachtmarkt, Familienausflug und Abendunterhaltung.

Eine Kirmes, aber eben auf thailändische Art

Schon beim ersten Rundgang fällt auf, dass Fahrgeschäfte häufig gar nicht so sehr im Mittelpunkt stehen. Je nach Größe der Veranstaltung gibt es zwar Karussells, kleinere Achterbahnen, Riesenräder oder andere Attraktionen, doch dazwischen findet man Verkaufsstände, Essen, Spiele, Musik und teilweise ziemlich ungewöhnliche Unterhaltungsmöglichkeiten.

Gerade bei den Fahrgeschäften ist es außerdem interessant zu sehen, wie unterschiedlich solche Veranstaltungen in verschiedenen Ländern aussehen und welche Standards dort üblich sind. Manche Konstruktionen wirken aus deutscher Sicht durchaus abenteuerlich. Auch das gehört für uns ein Stück weit zu der Erfahrung dazu, ohne deshalb alles ausprobieren zu müssen.

Zwischen Spielen, Tieren und ungewöhnlichen Attraktionen

Besonders interessant sind häufig die Dinge, mit denen man vorher überhaupt nicht gerechnet hat. Auf manchen Veranstaltungen gibt es beispielsweise Bereiche mit Tieren. Für einen kleinen Betrag kann man dort teilweise Ferkel mit einem Milchfläschchen füttern oder Kaninchen streicheln.

Für unsere europäischen Augen ebenfalls eher ungewöhnlich ist eine weitere Attraktion mit echten Fischen. In kleinen Aquarien oder Wasserbecken schwimmen Fische, die man mit einer Art Kescher fangen muss. Das Besondere daran: Die Fläche des Keschers besteht aus dünnem Papier. Sobald man ihn ins Wasser taucht, muss man also möglichst schnell versuchen, einen Fisch zu erwischen und damit Punkte zu sammeln. Bleibt der Kescher zu lange im Wasser oder ist man zu langsam, weicht das Papier auf und reißt. Vom Prinzip erinnert das Ganze ein wenig an das Entenfischen, das wir von deutschen Jahrmärkten kennen, nur eben mit echten Fischen und einem Papierkescher.

Solche Angebote muss man natürlich nicht unkritisch betrachten. Gerade beim Umgang mit Tieren können die Vorstellungen von Tierwohl und angemessener Haltung unterschiedlich sein. Trotzdem gehören solche Attraktionen teilweise zur Realität vor Ort und zeigen gleichzeitig, wie anders eine thailändische Kirmes aufgebaut sein kann.

Daneben gibt es zahlreiche klassische Geschicklichkeitsspiele, kleine Buden und Gewinnspiele. Immer wieder begegnet man außerdem Schaustellern oder Künstlern, die über das Gelände ziehen und mit besonderen Fähigkeiten die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen.

Manchmal überraschend romantisch

Einen schönen Kontrast zum Trubel bieten Veranstaltungen, auf denen kleine kreative Bereiche aufgebaut sind. Dort können sich beispielsweise Paare oder Freunde zusammensetzen und gemeinsam malen oder andere kleine Dinge gestalten.

Genau solche Momente machen für uns einen Teil des Reizes aus. Während ein paar Meter weiter Musik läuft, Kinder spielen oder Besucher an Essensständen Schlange stehen, sitzen andere ganz entspannt zusammen und malen. Die Kirmes wird dadurch viel stärker zu einem gemeinsamen Abend als lediglich zu einem Ort für möglichst viele Fahrgeschäfte.

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Essen darf natürlich nicht fehlen

Wo in Thailand viele Menschen zusammenkommen, ist gutes Essen meistens nicht weit entfernt. Entsprechend groß kann auch auf einer Kirmes die Auswahl sein. Neben bekannten thailändischen Gerichten und Snacks findet man häufig Süßigkeiten, Getränke und teilweise ziemlich kreative Desserts.

Gerade hier lohnt es sich, nicht immer nur nach Dingen Ausschau zu halten, die man bereits kennt. Manche Stände bieten ungewöhnliche Kombinationen oder besonders auffällig angerichtete Desserts an, die man auf einem normalen Nachtmarkt vielleicht nicht unbedingt entdeckt.

Auch deshalb würden wir empfehlen, nicht bereits satt auf einer solchen Veranstaltung anzukommen.

Musik gehört einfach dazu

Auch Musik spielt auf vielen thailändischen Veranstaltungen eine wichtige Rolle. Je nach Größe gibt es Bühnen, Sänger, Bands oder andere Formen der Unterhaltung. Teilweise sitzt man einfach beim Essen und hört der Musik zu, während wenige Meter weiter das eigentliche Kirmesleben stattfindet.

Dass Musik in Thailand einen besonderen Stellenwert besitzt, merkt man allerdings nicht nur auf solchen Veranstaltungen. Warum Karaoke, Livemusik und gemeinsames Singen so fest zur thailändischen Unterhaltungskultur gehören, haben wir bereits ausführlicher in unserem Artikel über Karaoke in Thailand beschrieben. (Klicke hier für den Artikel)

Weniger Party, mehr gemeinsamer Abend

Einer der größten Unterschiede zu vielen deutschen Volksfesten ist für uns die Atmosphäre. Natürlich wird auch in Thailand Alkohol getrunken und selbstverständlich kann es ausgelassener werden. Trotzdem steht Alkoholkonsum bei vielen dieser Veranstaltungen deutlich weniger im Mittelpunkt.

Stattdessen sieht man Familien mit Kindern, junge Paare, Freundesgruppen und ältere Besucher gemeinsam über das Gelände laufen. Man isst etwas, probiert ein Spiel aus, hört Musik oder schaut sich einfach die verschiedenen Stände an.

Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die häufig überraschend entspannt wirkt.

Warum du eine thailändische Kirmes einmal besuchen solltest

Eine thailändische Kirmes wird wahrscheinlich nicht zu den Sehenswürdigkeiten gehören, die in einem klassischen Thailand Reiseführer ganz oben stehen. Genau deshalb finden wir sie aber so interessant.

Man bekommt einen kleinen Einblick in eine Form der Freizeitgestaltung, die deutlich näher am normalen Leben vieler Menschen liegt als der nächste Aussichtspunkt oder die nächste bekannte Touristenattraktion. Gleichzeitig entdeckt man fast zwangsläufig Dinge, die man so aus Deutschland nicht kennt.

Unser Tipp ist deshalb ziemlich einfach: Wenn ihr am Abend irgendwo diese auffälligen Lichterketten am Himmel entdeckt, schaut ruhig einmal vorbei. Lauft über das Gelände, probiert etwas zu essen, beobachtet das Treiben und lasst euch überraschen.

Denn manchmal sind es gerade die Orte, die überhaupt nicht auf dem ursprünglichen Reiseplan standen, die einem später besonders in Erinnerung bleiben.